Das missratene Experiment

Es muss so um 2004 herum gewesen sein, als ich mich nach längstem Zögern entschied, mein nicht so üppiges überschüssiges Geld anzulegen. Ausschlaggebend waren mein Freundeskreis, der mir freundlich aber bestimmt Ignoranz beschied, wenn ich mein Erspartes weiterhin einfach auf dem ‘Bankbüechli’ parkiert liesse. Auch die gehäuften Anrufe der Bank, die sich über die zu grossen Beträge auf dem Konto wunderten, und mir gerne gute Ratschläge erteilen wollten hatten Ihren Beitrag geleistet.

Mir war der ganze Geld-Aktien-etc.-Spekulationsmarkt sowieso immer suspekt. Einerseits hatte ich gewisse ethische Zweifel, ob es vertretbar wäre, mein Geld arbeiten zu lassen – also einen Verdienst zu haben ohne etwas dafür zu leisten. Geld ausleihen ist doch keine Leistung! Zum anderen kam mir der Markt aufgeblasen, überbewertet und irrational vor. Egal, ich hab’s dann doch gemacht.

Da ich mich kaum für die Materie interessiere, und schon gar nicht Zeit aufwenden wollte um täglich Aktienkurse zu studieren schien mir ein Fonds das richtige. Von der Bank – der Zuger Kantonalbank – wurde ich eigentlich gut informiert. Auch über die Risiken. Mir war das nichts Neues, und sowieso klar dass grosse Gewinne unwahrscheinlich sind, und ein hohes Risiko erfordern. Das wollte ich nicht. Darum habe ich einen Fonds gewählt mit niedriger Risikostufe. Auch mein Anlagehorizont von 5-8 Jahren schien mir angemessen.

Man ahnt es – es ist schief gegangen. Den Riesentaucher während der Bankenkrise habe ich zu ignorieren versucht, und mich selbst an meinen Anlagehorizont erinnert. Und auch in den Jahren danach waren die Kursentwicklungen alles andere erfolgversprechend. Nach langen Zögern – und in Anbetracht der nicht gerade berauschenden Wirtschaftsaussichten habe ich im Frühjahr dann alle Fonds verkauft.

Rendite über (gemittelt) 5 Jahre: ca -8%

Ordentlich zur lausigen Rendite hat die Courtage und die Fondsverwaltungsgebühren beigetragen. Ja, die Bank hat natürlich die ganze Zeit über an mir verdient.

Mir ist das eine Lehre. Wenn ich die Wahl habe (!), dann werde ich mein Geld nicht mehr bei Banken und in Fonds anlegen.

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ricardo.ch versus ebay

Beide Auktionsplattformen nutze ich seit etwa zehn Jahren und habe so einige Erfahrungen sammeln können. Ich fühle mich deutlich wohler auf ricardo.ch – hier ein paar Gründe warum.

Erfahrung auf ricardo.ch

Während zehn Jahren habe ich weder als Käufer noch als Verkäufer irgendeine schlechte Erfahrung machen müssen. Die Produkte, die ich kaufe sind von der Qualität wie beschrieben, und von der Serviceleistung und Reaktionsgeschwindigkeit, die die Hobby-Verkäufer an den Tag legen könnte sich so mancher professionelle online-Shop eine Scheibe abschneiden.

So war ich etwas überrascht, dass meine letzten beiden Käufe zunächst enttäuschend waren. Beide Geräte wiesen erhebliche Mängel auf, die in der Auktion nicht beschrieben waren. Beide Verkäufer reagierten aber schnell auf meine Rückfragen und machten von sich aus konstruktive Lösungsvorschläge. Einen Mangel konnte ich einigermassen beheben, den anderen teilweise. Beim teilweise reparierten Gerät hat der Verkäufer ohne Federlesens mehr als einen Drittel des Kaufpreises zurückerstattet.

Mein rundum positiver Eindruck von ricardo wurde durch diese Erfahrung eher noch bestärkt.

… und auf ebay

Auf ebay bin ich seltener aktiv, und wenn, dann meistens als Käufer von ausländischen Anbietern.

Leider sind bisher 15% aller Kauftransaktionen schief gegangen. Gerade die letzte Erfahrung ist ärgerlich. Ein Anbieter aus Hong Kong hat den Eingang meiner Überweisung bestätigt. Auf meine e-mails wegen der ausstehenden Lieferung hat er auch reagiert und mich immer wieder mit dem Hinweis auf Schwierigkeiten seines Spediteurs vertröstet. Ich bin ja geduldig, aber nach einer Weile wurde es mir zu bunt. Als ich die Rückzahlung des Geldes verlangte, hörte ich vom Anbieter nichts mehr.

Ich muss das Geld leider komplett abschreiben. Auf ebay kann ich nicht einmal mehr eine negative Bewertung der Transaktion machen, weil der Kauf vor mehr als 3 Monaten stattgefunden hat. Einen Käuferschutz habe ich aus dem gleichen Grund auch nicht mehr. Und meine Erfahrung mit dem Formulardschungel auf ebay, wenn man ein Problem reporten möchte – das ist nochmal ein gaaaanz langes Blogposting wert.

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Mein Tassenshop

Wir Espressofreaks brauchen nicht nur die richtige Kaffeemaschine, eine schöne Kaffeemühle und erlesene Kaffeebohnen zu unserem Glück. Es braucht auch noch die richtigen Espressotassen!

Was sind richtige Espressotassen? Jeder darf da seine eigenen Vorlieben pflegen. Für mich gilt aber ganz klar, die richtigen Espressotassen sind die, die es in Italiens Kaffeebars gibt. Schwer in der Hand, schlichte Form, robust im Gebrauch und dickwandig um die wenigen Mililiter Espresso warm zu halten.

Nun ist es erstaunlicherweise gar nicht leicht, an solche Tassen zu kommen. Die einschlägigen Warenhäuser führen zwar eine ansehliche Palette an Espressotassen. Die sind aber fast immer entweder omamässig verschnörkelt oder sonstwie peinlich verziert oder kaputt-designt, und nicht selten schweineteuer!

Ich habe in meiner Not den Hersteller Nuova Point ausgemacht, der einen ordentlichen Marktanteil an Espresso- und Cappuccinotassen hält. Wie zu erwarten war liefert er minimal 200 Tassen, was sich für den normalen Kunden nicht lohnt.

So beschloss ich in meinem Übermut eine grosse Menge an Tassen zu importieren und in einem Online-Shop in der Schweiz zum Verkauf anzubieten auf tazzine.ch.

Obwohl tazzine.ch ein Hobbyprojekt ist bei dem der Spassfaktor an vorderer Stelle steht, nehme ich die Sache ernst. Es ist mir ein Anliegen einen Top-Service zu bieten und mir den Ruf eines seriösen Geschäftspartners zu erarbeiten. Letztlich macht es halt nur wirklich Spass wenn die Kunden und die Lieferanten zufrieden sind.

Der Shop läuft nun seit etwas mehr als einem halben Jahr, und ich bin ziemlich überrascht über die Anzahl der eingehenden Bestellungen. Ich hatte mir ein Jahresziel gesetzt: ein pessimistisches, ein realistisches und ein optimistisches. Ich steuere ziemlich direkt auf die optimistische Schätzung zu.

 

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Testing 2G/3G Connectivity and Data Plan in Greece

As announced in one of my previous posts I decided test a data plan during my holidays in Greece. Here are my experiences:

Before going to Greece I tried to choose between the Vodafone plan or the Cosmote plan. I asked 4 greeks, and their opinions were 1) not strong and 2) diverse. So I basically chose myself, and the decisive factor was the availability of a point of sale on my my way from the airport to Naxos. Therefore I chose the provider Cosmote and the seeling point Germanos in the street ΒΑΣ.ΓΕΩΡΓΙΟΥ which is at 10 minutes walking distance from the port of Piraeus. I took the 20€ sim pack of the mobile internet on the go prepaid plan.

It turned out that they didn’t already sell this very often to foreign tourists. Only one of the four salespersons was able to deal with my request, and even he didn’t know if that plan would work with my unlocked iPhone. Fortunately he was very helpful, and he spent at least 15 minutes on the phone with the tech support to find out if my iPhone was compatible and how he would have to proceed to sell and activate the sim card for me.

Finally, everything worked fine. I inserted the sim card in my iPhone and after about one hour, the card was activated – and I could surf!

During my holidays I experienced varying connection speeds. In the larger villages, even on remote islands like Folegandros and Anafi, coverage was good or even excellent. On ferry trips the connectivity is mostly ok with only a few blind spots. For what I wanted to do on my holidays – sending pictures and messages, reading newspapers, searching hotels, reading maps it was definitely sufficient.

To sum up: my experience was positive. The coverage was ok, and the price – I spent 15€ for 2GB of data during the 10 days – is more than decent. I’ll do this again on my next holidays!

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Was ist PayPal?

Was ist PayPal?” diese Frage  wurde mir soeben gestellt – und zwar nicht von meinem Mami, vom Hauswart oder von Oma Schulze vom Block nebenan (die wissen das nämlich mit grosser Wahrscheinlichkeit). Nein, die Frage wurde mir gestellt von einer Bankangestellten. Und zwar nicht von irgendeiner, sondern von einer Zweigstellenleiterin der Raiffeisenkasse.

AAhh, mit Kreditkate online bezahlen…“. Nein, das charakterisiert PayPal nicht wirklich. Nicht dass ich besondere Sympathien für PayPal hätte, aber von einer Bankfachfrau hätte schon etwas mehr Kompetenz im online-Bezahlwesen erwartet.

 

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Logodesign in the Cloud

Für ein kleines, privates Webshop-Projekt brauche ich ein Logo. Nun habe ich zwar Ideen, wie das Logo in etwa daherkommen soll. Aber mit der halbwegs ordentlichen Ausführung der Idee bin ich einfach komplett überfordert.

so könnt’s gehen…

Designer gibt’s hierzulande en masse. Ich habe mich aber entschieden mein Logoprojekt in die Designercloud auszulagern. So habe ich das Projekt tazzine.ch bei 99designs ausgeschrieben. Das läuft so, dass man als Auftraggeber zunächst eine Beschreibung des Projektes und die Anforderungen formuliert und dann den Preis nennt, den man zu bezahlen bereit ist.

Eine Ausschreibung läuft 10 Tage und in dieser Zeit können Designer ihre Vorschläge einreichen und vom Auftraggeber bewerten lassen. Am Schluss muss sich der Auftraggeber für einen Gewinner entscheiden, der dann den ganzen Betrag erhält. Sämtliche Verwertungsrechte am Design gehen mit der Bezahlung an den Auftraggeber.

Ein Logo dieser Art bei einem Designer hier vor Ort gestalten zu lassen kostet irgendetwas in der Grössenordnung von 1000 bis 3000 Franken. Kann man für schlappe 250 Franken etwas Anständiges erhalten? Ich war mehr als skeptisch, war aber bereit das Risiko einzugehen.

und so lief’s…

Insgesamt wurden in den 10 Tagen über 100 Designvorschläge eingereicht. Ich habe mir die Mühe genommen fast jeden Vorschlag ausgiebig zu kommentieren und zu bewerten. Die Designer hatten dann die Möglichkeit verbesserte Vorschläge einzureichen.

Der Prozess der stetigen Verbesserung durch die Kommentare hat erstaunlich gut funktioniert. Die Antwortzeiten der Designer sind sehr kurz und sie reagieren in der Regel gut auf die Kommentare und geben sich Mühe ihre Vorschläge zu verbessern.

Recht enttäuschend war hingegen die kreative Leistung. Mit ganz wenigen Ausnahmen waren alle Vorschläge von der gleichen Art. Bei einigen Designern musste ich annehmen, dass sie die (knappen) Vorgaben nicht gelesen (oder verstanden) haben. Es entstand bei mir der Eindruck dass die Designer sehr schnell arbeiteten, und sich nicht wirklich in Ruhe mit dem Projekt auseinandersetzten.

Fazit

Am Schluss habe ich ziemlich genau das erhalten was ich erwartet hatte: ein gefälliges Logo das jedoch einigermassen unoriginell ist. Bezogen auf den Preis und den Aufwand den ich damit hatte bin ich zufrieden. Es lief alles recht zügig ab, und der Vorgang hat mir Spass gemacht und war zuweilen (im positiven Sinne) aufregend.

Eigentlich würde man erwarten, dass durch die Masse der beteiligten Personen ein breiteres Spektum an Ideen entwickelt würde. Aber genau das ist nicht eingetreten. Ich hatte vielmehr den Eindruck einer Schafherde die in die gleiche Richtung rennt. Von der viel beschworenen Intelligenz der Masse war also nicht viel zu spüren.

Ach ja, hier noch das Design, das schliesslich gewonnen hat:

 

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Comparison: Prepaid Mobile Internet Access in Greece

I happen to travel to Greece at least once a year. My local provider Swisscom has absolutely horrible data roaming tariffs (see my posting here). Since my iPhone isn’t sim-locked anymore I wanted to check the alternatives with mobil internet access providers in Greece.

Here are the selection criteria:

  • no monthly fee (which always means a prepaid plan)
  • good coverage
  • internet access only (no SMS, phone)

It was to be expected, that the prepaid plans of the providers can’t be directly compared. They always use very different calculation schemes and units. I’m sure the providers do this on purpose because they are scared of a free and transparent market. I therefore invented 3 usage profiles and calculated the costs.

Provider Plan 100MB in 1 Week 1GB in 1 Week 1GB in 2 Weeks remarks
Cosmote
coverage
Internet on the go prepaid  15€ 15€ 30€ SIM card: 20€
WIND
coverage
Mobile Internet Daily 37€ 937€ 867€
Mobile Internet 60 43€ 943€ 943€
Vodafone
coverage
KartoInternet 20€ 20€ 20€ SIM card: 20€

State: August 2011

The differences are amazing! On my next travel to Greece I will try the Vodafone or Cosmote plan. I will post my experiences here – so stay tuned 😉

 

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Lernkarten – kollaborativ & mobil

Ich lerne seit einem Weilchen Griechisch. In meinem Stadium des Erlernens der Sprache ist es wichtig dass ich so oft und intensiv wie möglich das Vokabular und die Übersetzung von einfachen Sätzen trainiere.

iMemento Upload ManagerHierfür sind Lernkarten bestens geeignet. Da ich aber auch unterwegs spontan mal lernen möchte, müssen die Lernkarten in meinem iPhone sein. Nach einer eingehenden Websuche habe ich für iMemento entschieden. Es implementiert eine Lernkartei nach Leitner, ist flexibel, lässt sich gut konfigurieren und erlaubt effizient grosse Mengen an Lernkarten ausserhalb des iPhones zu erfassen. (Das iPhone ist ja ein nettes Lesegerät. Aber das Schreiben von umfangreichen Inhalten ist ein Horror.)

iMemento funktioniert so, dass man die Lernkarten zu Gruppen zusammenfasst. Jede Gruppe wird in einer einzelnen Textdatei erfasst und editiert. Die Textdatei wir dann per Browser in die iPhone App hochgeladen in der anschliessend die Lernkarten erzeugt werden.

Wie im Screenshot oben zu sehen, habe ich Gruppen angelegt für Vokabular, Verbstämme, Verbkonjugationen und Sätze. Jede Gruppe enthält mehrere Hundert Lernkarten. Eine Gruppe entspricht wie gesagt einer Textdatei, die auf meinem lokalen Rechner liegt und mit einem simplen Texteditor bearbeitet wird. Wir haben uns in unserem Kurs aber entscheiden, diese Lernkarten gemeinsam zu erstellen, zu ergänzen und gegenseitig zu korrigieren. Darum verwenden wir den online Texteditor Etherpad (konkret den Dienst Edupad) der nicht nur idiotensicher zu bedienen ist, sondern auch noch damit klarkommt wenn gleichzeitig mehrere Personen am gleichen Text arbeiten.

Diese Kombination von iMemento mit Edupad funktioniert an sich schon. Ich habe aber zur Steigerung des Funfaktors noch ein kleines Glue-Mashup-Progrämmchen geschrieben das folgendes kann:

  • Erfassung der Liste der Kartengruppen – mit Link zu online Editor
  • Bulk-Upload Funktion, mit der in einem Rutsch alle Kartengruppen in iMemento hochgeladen werden
  • globale Suche in den Karten aller Gruppen

Dieses Setup ist nun seit über einem Jahr im Einsatz und hat sich bestens bewährt. Wir fertigen gemeinsam Lernkarten an, und gelegentlich wirft auch unsere Lehrerin einen Blick in die Sammlung und bringt Korrekturen an.

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Open Wireless Movement

Noch vor wenigen Jahren waren viele der privaten WLan Access Points offen, und man hatte gute Chancen im besiedelten Gebiet Zugang aufs Internet zu erhalten. Ich habe den etwas betrüblichen Eindruck, dass immer mehr der privaten Access Points zugesperrt werden.

Die Gründe liegen auf der Hand: Die Besitzer von Access Points sorgen sich, dass Fremde illegale Daten über ihren Internetzugang transportieren, dass sie einfacher ausgeschnüffelt werden können und dass die Qualität des WLans beeinträchtigt wird weil der eigene Traffic nicht priorisiert werden kann. Diese Argumente haben alles etwas für sich.

Dennoch ist es ein Jammer, dass Access Points zunehmend verriegelt werden. Man führe sich nur mal vor Augen, dass alle privaten Access Points zusammengenommen eine Infrastruktur bilden, die

  1. fast flächendeckend ist,
  2. über eine gewaltige Kapazität verfügt und
  3. weitgehend ungenutzt und brach liegt!

Dieses Potenzial kann ausgeschöpft werden! Allerdings braucht es dazu einige technische Erweiterungen des WLan Protokolls und eine Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Der EFF wird sich zusammen mit anderen Organisationen diesen Herausforderungen annehmen und ein Open Wireless Movement lostreten: https://www.eff.org/deeplinks/2011/04/open-wireless-movement

Das finde ich Klasse!

 

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xtreamer radio station manager updated

A new version of the xtreamer radio station manager is available for download. The main new feature is the possibility to define a default radio station that will be played automatically when the xtreamer is powered up.

More info and download: xtreamer Radio Station Manager

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